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Kassenärztliche Therapie vs. Privatzahlern - Vor und Nachteile

Aktualisiert: 11. Mai 2021

Eine Psychotherapie ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und die Kosten werden grundsätzlich übernommen. Bei Privaten Krankenkassen ist die Übernahme einer Psychotherapie vorab abzuklären.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) sind in Deutschland etwa 27,8% der Erwachsenen jedes Jahr von einer psychischen Erkrankung betroffen. Die am häufigsten vertretenen Erkrankungen sind Angststörungen (ca. 15%), affektive Störungen (ca. 10%) und Störungen durch Alkohol- und Medikamentenkonsum (ca. 6%) Quelle (Zahlen und Fakten der Psychiatrie und Psychotherapie Stand Juli 2019, DGPPN).


Mit Gesamtkosten aufgrund von psychischer Erkrankungen von ca. 44,4 Milliarden EUR in Deutschland sind psychische Erkrankungen ein ernstzunehmender Faktor für die Gesundheitspolitik.



Übernimmt die gesetzliche oder private Krankenkasse die Psychotherapie, so ist dies in der Regel nur der Fall für Psychotherapeuten, die dem Psychotherapeutengesetz (PsychThG), Heilpraktiker für Psychotherapie unterliegen oder eine Approbation, Arztregister-Eintrag oder eine Kassenzulassung haben. In Deutschland hat jeder Bürger ein Anrecht auf diese psychotherapeutische Unterstützung.

Jedoch ist dies oft nicht eine Frage des Rechts, sondern der Verfügbarkeit.


Viele Therapiepraxen sind überfüllt und Klienten finden sich auf langen Wartelisten wieder.


Einer der Gründe, warum sich einige für eine Privatbezahlte Therapie entscheiden. Es gibt etliche Angebote auf dem Markt an alternativen Heilverfahren wie z.B. Mediation, Hypnose, Qigong, Coaching oder Yoga, die nicht den oben genannten gesetzlichen Reglungen unterliegen.

Sie unterliegen also weniger Standards und Qualitätskontrolle, haben dafür aber oft mehr Verfügbarkeiten und Klienten bekommen schneller einen Platz und somit schneller Unterstützung. Dies sollte bei den gesetzlichen Therapieplätzen nicht unterschätzt werden, da der Schritt zur Therapie bereits große Überwindung kosten. Wenn man dann noch bis zu einem halben Jahr warten muss, bevor die Therapie beginnt, haben viele die Hoffnung bereits aufgegeben. Beides sollte also gut bei der Auswahl berücksichtigt werden.


Ein weiterer Vorteil der kassenärztlichen Therapien ist der Kostenfaktor. Der Klient zahlt hier in der Regel nichts, als Privatzahler kommt hier, je nach Dauer der Therapie einiges zusammen. Dennoch sollte berücksichtigt werden: Ein Investment in eine psychisch gesunde Zukunft, ist nie verlorenes Geld.


Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist, das neben all den Vor- und Nachteilen bei der Entscheidung zwischen Kassenbezahlter oder privatgezahlter Therapie, der Klient sich einen Therapeut, eine Therapeutin auswählen sollte, wo er sich wohl fühlen kann und vertrauen fassen kann, denn nur dann wird er es wagen, sich zu öffnen und sich mit all seinen Seiten zu zeigen. Erst dann kann ein Weg der Heilung eingeschlagen werden.

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