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Die Scham über Sex zu reden

Sexualität ist weit verbreitet ein tabuisiertes Thema. Sex ist schmutzig, unheilig oder pervers. Wer über Sex offen redet wird schnell als schlampig und notgeil betitelt. Die Ansicht, dass über Sex nicht geredet wird und hinter verschlossenen Türen passiert, ist sehr verbreitet.


Dennoch haben ihn so viele und doch reden nur so wenige gerne über ihn? Warum ist das so?



Die Sexualität ist oft scham- und schuldbehaftet. Eine sexuell offene Frau, die ihre Sexualität frei auslebt, ist schnell eine Schlampe. Der Mann, der mit vielen verschiedenen Partner*innen schläft wird als notgeil betitelt. Klar ist, mit einer offenen Sexualität, läuft man Gefahr, schnell in die Schmuddelszene abzurutschen. Aber woher genau kommt diese engstirnige Ansicht? Und ist diese in unserer heutigen Zeit in der Selbstverwirklichung immer wichtiger wird, noch aktuell?


Wir lernen bereits früh als Kind, das Sex nur hinter verschlossenen Türen oder am besten gar nicht passiert. Unsere Eltern haben ihn erst recht nicht. Welche Eltern stoßen schon Jubelschreie aus, wenn ihr Kind die eigenen sexuellen Regungen zu sich selbst oder anderen erforscht? Beschämende und schweigende Blicke, die einem das Gefühl geben, Sex ist etwas, dass man nun mal nicht hat und dazu noch unartig ist.


Viele Jugendliche wachsen so auf und bekommen ein verzerrtes Bild über Ihre Sexualität.


Es wird nicht offen darüber gesprochen, wie Sex aussehen soll, damit er schön und vor allem erfüllend ist. Stattdessen klärt uns der standard Biologieunterricht auf und treibt die Peinlichkeit über Sex zu reden in die Höhe. Verständlich, dass man auf das Internet zurück greift und sich auf den verschieden pornografischen Webseiten Anregungen holt. Die Inhalte, die einem dort begegnen, haben hingegen alles andere als mit echtem Sex zu tun. Sie stellen ein unrealistisches Bild von Sex und Liebespraktiken dar und vergrößern im schlimmsten Fall die bestehende Unsicherheit bei den Betroffenen enorm.


Wenn die Eltern mit ihrer eigenen Sexualität nicht gelernt haben offen umzugehen, werden die Sie ihre Überzeugungen und Ansichten über Sexualität auf ihre Kinder übertragen.


Lernt man also, dass über Sexualität nicht offen geredet werden kann oder internalisiert die beschämenden Blicke der Eltern, wird das Thema Sexualität schnell zu einem Tabu. Und so trägt sich die Scham und Schuld in Bezug auf Sexualität von einer Generation zur nächsten weiter.

An wen also wendet man sich, wenn man Fragen hat oder Hilfe braucht? Sexualität ist nicht selten und gerade in den Anfängen kompliziert und wirft einige Frage auf. Mit den Eltern reden? Wohl eher nicht! Freunde? Vielleicht, aber wenn sie lachen? Schwierig. Also macht man die Themen doch besser mit sich alleine aus. So hat man es ja auch gelernt: Man redet nicht über Sex. Dabei kann eine offene Haltung gegenüber der eigenen Sexualität, einen äußert erleichternden und positiven Effekt haben. Zu erkennen, dass andere ähnliche Themen, Probleme oder Fragen mit sich herumtragen kann befreiend sein. Traut man sich, sich zu öffnen und das Thema Sexualität direkt anzusprechen, merkt man schnell, dass man doch nicht so alleine ist, wie anfangs gedacht. Ein offener Austausch, holt den Sex nicht nur aus der Schmuddelecke sondern, viel wichtiger, weckt die sexuelle Leidenschaft - unsere Lebensenergie.



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1 Comment


Toller Artikel . In so vielen Punkten sehr treffend!

Besten Gruß

Callboy Noah

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