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Sie dürfen Ihre Therapeutin oder Ihren Therapeuten wechseln, wenn das Vertrauen nicht wächst. Eine Therapie lebt davon, dass Sie sie selbst wollen und der Person vertrauen, mit der Sie arbeiten. Beides lässt sich nicht verordnen.

Warum Freiwilligkeit zählt

Ob Sie anfangen und mit wem, sollten Sie selbst entscheiden. Dem ersten Termin geht oft eine lange, schwere Zeit voraus. Gerade dann ist wichtig, dass der Entschluss Ihrer ist. Er sollte nicht auf Drängen des Partners oder der Partnerin entstehen, auch nicht auf Drängen der Familie oder von Freunden. Wer nicht aus eigenem Antrieb kommt, findet oft nur schwer hinein.

Viele erwarten von einer Therapie Antworten und Anleitungen, am besten sofort. Eine therapeutische Begleitung gibt aber keine Rezepte. Sie funktioniert eher wie ein Spiegel: Sie meldet zurück, was sie wahrnimmt, und gibt Anstöße.

Ich zeige Ihnen zum Beispiel, wie Sie auf mich wirken und was Sie bei mir auslösen. Ich stelle Fragen, die Sie über sich selbst nachdenken lassen. Gefühle, die ich bei Ihnen wahrnehme, spreche ich aus. Das kann Ihnen helfen, Ihr eigenes Erleben deutlicher zu spüren.

Eine Beziehung mit klaren Grenzen

Wenn beide Seiten bereit sind, sich auf die Arbeit einzulassen, kann Vertrauen entstehen. Auf dieser Beziehung baut alles Weitere auf.

Trotzdem wird die Person, die Sie begleitet, keine private Bezugsperson. Sie bleibt neutral und professionell, und die Beziehung gilt nur für die Sitzungen. Das ist auch gut so.

Umso wichtiger ist, dass Sie jemanden finden, bei dem Sie sich wohlfühlen.

Wiebke Bergermann im Gespräch mit einer Klientin in der Praxis
Hände halten eine Jacke auf dem Schoß, die Person sitzt in einem Sessel.

Zweifel ansprechen, bevor Sie die Therapeutin oder den Therapeuten wechseln

Vertrauen braucht manchmal ein paar Sitzungen. Das ist normal. Fühlen Sie sich aber dauerhaft unwohl, können sich nicht öffnen oder merken, dass Sie Dinge zurückhalten, dann sprechen Sie das an.

Sagen Sie der Person, wie Sie sie erleben und was Sie daran hindert, Vertrauen zu fassen. Ein Anfang kann so klingen: „Ich merke, dass ich hier vieles zurückhalte. Ich weiß noch nicht genau, woran das liegt, aber ich möchte es ansprechen.“ Wer professionell arbeitet, nimmt so eine Rückmeldung ernst und geht darauf ein. Ändert sich Ihr Gefühl trotzdem nicht, kann ein Wechsel sinnvoll sein.

In der Paartherapie kommt etwas hinzu: Beide müssen sich gehört fühlen. Ich arbeite dort allparteilich, das heißt, ich ergreife für keine Person Partei. Fühlt sich eine Person trotzdem übergangen, gehört das in die Sitzung. Oft zeigt sich gerade daran etwas über die Dynamik zwischen Ihnen.

Nicht jede Beziehung muss passen – auch in der Therapie

Nicht jede therapeutische Beziehung passt, und das ist in Ordnung. Wie überall zwischen Menschen muss auch hier die Chemie stimmen.

Sie dürfen sich Ihre Begleitung frei aussuchen. Nutzen Sie das. Suchen Sie sich jemanden, bei dem Sie sich zeigen können, wie Sie sind, ohne sich zu verstellen.

Wo Sie sich gesehen und verstanden fühlen, kann Veränderung beginnen.

Bei mir ist das Erstgespräch auch dafür da: Sie merken, ob die Chemie stimmt. Danach entscheiden Sie in Ruhe, ob Sie weitermachen möchten.

Lernen wir uns kennen.

Im Erstgespräch können Sie in Ruhe spüren, ob Sie sich bei mir gut aufgehoben fühlen. Danach entscheiden Sie.

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Porträt Wiebke Bergermann
Geschrieben vonWiebke Bergermann

Heilpraktikerin für Psychotherapie, Sexual-, Paar- und Körpertherapeutin. Praxen in Prenzlauer Berg und Neukölln, Sitzungen auch online.

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